Meerbuscher Geschäftsleute, Gewerbetreibende und Unternehmen werden derzeit wieder einmal von Agenturen und Verlagen behelligt, die den Eindruck erwecken, in Zusammenarbeit mit der Stadt Meerbusch Broschüren und Bürgerinformationen zu erstellen. Mehrfach wurden fertige Anzeigen aus anderen Veröffentlichungen oder aus dem Internet kopiert und dreist als Korrekturabzug mit Rechnung zugeschickt. Bei Nichtbezahlung werde obendrein aggressiv nachgehakt.  Zudem gibt es zurzeit vermehrt fragwürdige Telefonanrufe, Faxangebote, Rechnungen oder Mahnungen von einer Firma, die ebenfalls vorgibt, eine Broschüre zu erstellen („behördenunabhängig, ohne öffentlichen Auftrag“). Dazu wird ein Formular zur Unterschrift verschickt. Oft wird dabei der Hinweis „Adressänderung, nochmaliger Druck, erneute Korrektur oder angebliche Kündigung“ verwendet, um einen sachlichen Anlass vorzutäuschen. Teilweise wird auch telefonisch massiver Druck ausgeübt.

„Leider gibt es etliche Trittbrettfahrer auf dem Markt, die über die Stadt als Türöffner Anzeigen verkaufen wollen“, bedauert Stadtpressesprecher Michael Gorgs – bezeichnenderweise geschehe dies immer dann, wenn die Stadt gerade eigene Broschüren vorbereite. So auch jetzt: Erst unlängst hat der Media Print Info-Verlag aus Mehring seine Akquise für die Neuauflage des städtischen Senioren-Wegweisers abgeschlossen. Kurz darauf hat der BVB-Verlag aus Nordhorn mit der Anzeigenwerbung für die neue Bürgerbroschüre „Meerbusch – einfach nur wohlfühlen“ begonnen. „Coronabedingt liegen die Akquisen beider Verlage diesmal leider enger beieinander als geplant“, so Gorgs. „Das bitten wir zu entschuldigen.“

Grundsätzlich sei vor schnellen, anonymen Geschäften über Fax oder Telefon zu warnen. „Die Werber setzen darauf, dass Verträge im allgemeinen Geschäftstrubel voreilig unterschrieben und zurückgefaxt werden. Wenn später überhöhte Rechnungen ins Haus flattern, kommt das böse Erwachen.“ Gorgs empfiehlt Geschäftsleuten und Gewerbetreibenden, sich im Zweifel sicherheitshalber in der Stadtpressestelle (916-482) oder im Sekretariat (916-413) zu erkundigen. Ratsam sei es außerdem, den Anrufern konkret „auf den Zahn zu fühlen“. „Meistens geraten unseriöse  Vertreter dann ins Stottern oder legen sofort auf.“