Bert Müllejans, seit vielen Jahren Organisator der Meerbuscher Kabarett- und Kleinkunsttage, ist Optimist und Pragmatiker zugleich. „Wir können jetzt nicht die Hände in den Schoß legen und einfach nichts machen. Auch im Kulturgeschehen muss und wird es weitergehen. Das sind wir auch den Künstlern schuldig.“ Gesagt, getan: Das Programm für die Herbstausgabe der beliebten Reihe, die am 26. August im Forum Wasserturm an der Rheinstraße in Lank-Latum anläuft, ist komplett fertig. Jetzt beginnt der Vorverkauf. Risiken fürs Publikum, so betont Müllejans, gibt es beim Kartenkauf nicht. „Sollte es wegen negativer Entwicklungen in der Corona-Lage zu Absagen kommen, werden alle Vorstellungen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Alternativ gibt’s das Eintrittsgeld zurück.“

Parallel dazu bucht Müllejans bis weit ins kommende Jahr hinein Ersatztermine für diejenigen Veranstaltungen, die bislang der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen sind. „Aber auch das ist machbar, weil unsere klassischen Termine nicht am Wochenende liegen“, so Müllejans. Die Kabarett-Abo-Freunde seien zudem gelassen. „Wir hatten bislang nur einen Kunden, der sein Geld zurückhaben möchte. Alle anderen wollen die Künstler unterstützen und freuen sich auf die Nachholtermine – wann immer die stattfinden mögen.“

Die Herbstserie startet am Mittwoch, 26., und Donnerstag, 27. August, mit einem Gastspiel von Martin Zingsheim und Band. Titel: „Heute ist morgen schon Retro „. Martin Zingsheim hat als Kabarettist, Comedian, Autor und Entertainer die Kleinkunst- und sonstige Welt im Rekordtempo erobert und spielt nun exklusiv für seine Lieblingsbühnen ein einmaliges musikalisches Programm. Gemeinsam mit seinen langjährigen Weggefährten hat er die Hits aus seinen ersten fünfeinhalb Jahren Tourneeleben für seine Band arrangiert und präsentiert sie in ganz neuem musikalischen Gewand. Einige noch nie gehörte Zingsheim-Songs runden das Programm ab. Dazwischen gibt es wie immer kabarettistische Gedankenausflüge.

Philipp Weber, am 8. und 9. September zu Gast in Lank, ist der Verbraucherschützer unter den Kabarettisten und damit nicht nur erfolgreich, sondern obendrein auch sehr kurzweilig. Sein neues Solo-Programm „Weber Nr. 5: Ich liebe ihn!“ dreht sich um die Macht des Marketings, um Werbung und Manipulation. Weber stellt sich der Totalvermarktung des Lebens mit viel Humor entgegen. „Weber Nummer 5“ ist eine heitere Gebrauchsanweisung für den freien Willen.

Matthias Brodowys aktuelle Bühnen-Show ist ein klares Ausrufezeichen für alle, die auch dann noch ein Apfelbäumchen pflanzten, wenn morgen die Welt unterginge. Entweder im Garten oder virtuell vom Sofa aus. Seine Ansage ist klar: „Keine Zeit für Pessimismus“, so sein Titel. Am 11. und 12. November will er dem Publikum im Forum Wasserturm zeigen, wie man gerade jetzt das Ruder herumreißen und den Kopf aus dem Sand ziehen sollte. Brodowys Programm ist wie immer politisch, literarisch, und musikalisch zugleich. Darüber hinaus frönt der selbsternannte „Vertreter für gehobenen Blödsinn“ gerne auch der gepflegten Albernheit und der grotesken Geschichte.

Simone Solga hat ihren Job als Kanzlersouffleuse an den Nagel gehängt und setzt jetzt auf Angriff. Ihre Devise: „Wenn das Volk sich schon nicht wehrt, dann machen wir eben unsere eigene Revolution.“ „Ihr mich auch“ hat sie ihr neues Programm provokant überschrieben. Entstanden ist auf diesem Wege eine zwei Stunden lange Unabhängigkeitserklärung vom Land der Besserwisser, Untergangsprediger und Meisterheuchler. Solgas Aufforderung ans Publikum: „Wagen Sie den Umsturz im Kopf, gönnen Sie sich die Flucht in die innere Freiheit. Regen Sie sich auf, schimpfen Sie, haben Sie Spaß oder geben Sie sich in der Pause am Tresen gleich die Kante.“ Termine im Forum Wasserturm sind der 25. und 26. November.

Arnulf Rating entführt sein Meerbuscher Publikum am 9. und 10. Dezember in den „Zirkus Berlin“ im Taumel der Goldenen Zwanziger. Rating lädt ein zum Parforceritt durch die Manege quer durchs pralle Leben der Metropole. Es geht heiß her in der Stadt. „Natürlich machen wir uns manchmal Sorgen wegen der Zukunft und auch ein paar Gedanken. Aber wir wissen schließlich: Geschichte wiederholt sich nicht. Es sei denn als Farce“, meint der Kabarettist. Sein Humor kommt an: Im letzten Jahr erhielt Rating den Bayerischen Kabarett-Preis.

HG Butzko, der „Philosoph aus dem Pott“, ist auf der Bühne des Forums Wasserturm schon seit über zehn Jahren beliebter Gast, sein Erfolg eine Bank. Am 18. und 19. Dezember ist es wieder so weit, dann will der Gelsenkirchener eine neue, brüllend komische und bisweilen besinnliche Mischung aus Infotainment, schnoddrigen Gags, Frontalunterricht und pointierter Nachdenklichkeit in Meerbusch abliefern. Und existentielle Fragen stellt er dabei auch: „Was ist der Anstieg des Meeresspiegels in der realen Welt, verglichen mit der Überflutung an Reizen und Daten im Digitalen? Was nützt die künstliche Intelligenz, wenn die menschliche Dummheit zeitgleich mitwächst?“ Auf die Antworten darf man gespannt sein.

Zu dem Abo-Paket der Meerbuscher Kleinkunst- und Kabarett-Tage gibt es wie immer eine ganze Reihe von Zusatzveranstaltungen – diesmal sind es zehn. Unter den Gästen: Jürgen Becker („Die Ursache liegt in der Zukunft“), Jan Weiler („Die Ältern“), Pause und Alich („Weihnachtsspezial 2020“) oder auch das Improvisationstheater „Springmaus“. Das Duo Tierra Negra mit Band stellt seine neue CD „Viva La Vida“ vor (Termin 5. Dezember). Alle Infos mit Eintrittspreisen, Vorverkaufsstellen etc. finden sich im Internet auf www.wasserturm-meerbusch.de.