Fahrradunfall-Polizei
Foto: Symbolbild Polizei

Seit Mitte Mai dürfen unter Berücksichtigung der derzeitigen Hygienevorschriften Grundschüler der vierten Klasse in einem rollierenden System wieder zur Schule kommen. Diese Vorgaben untersagen unter anderem Veranstaltungen, die außerhalb des Schulgeländes stattfinden. Das betrifft auch die Fahrradausbildung, die die Kinder normalerweise im vierten Schuljahr absolvieren. Die St. Mauritius-Schule und die Adam-Riese Schule in Meerbusch-Büderich wollten „ihre“ Kinder aber nicht ganz ohne sie auf dem Fahrrad gesehen zu haben an die weiterführenden Schulen abgeben. Also fragten die beiden Schulen bei der Polizei des Rhein-Kreises Neuss an, ob man nicht trotz Corona mit den Kindern üben könne.

Die Dienststelle Verkehrsunfallprävention ist im Rhein-Kreis Neuss mit ihren Verkehrssicherheitsberaterinnen und -beratern für die Betreuung der Schulen im Rahmen der Radfahrausbildung zuständig und unterstützt sie hierbei. Kurzerhand wurde ein Konzept der „vereinfachten Radfahrausbildung“ entwickelt, den Schulen vorgestellt und nun umgesetzt.

Polizeihauptkommissar (PHK) Ralf Kamphausen erklärt es: „Bevor es auf dem Schulhof in die Praxisübungen ging, wurden die Kinder im Sachunterricht durch Homeschooling auf die reguläre „theoretische Prüfung“ der Radfahrausbildung vorbereitet, die sie im Anschluss parallel zur Praxis ablegen werden. Für die praktischen Übungen kommen die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer halbierten Lerngruppen für jeweils zwei Unterrichtsstunden mit ihren Fahrrädern auf den Schulhof. Zuerst überprüfen wir gemeinsam die Verkehrssicherheit der Fahrräder. Dann geht es gleich in die Praxis: Fahren… Fahren… Fahren. Die Kinder durchlaufen auf dem Schulhof verschiedene Motorikübungen. Es geht durch die Slalomstrecke, über die Wippe, über die Schlauchbrücke und zum krönenden Abschluss gibt es das Schneckenrennen. Natürlich alles unter strenger Einhaltung der Hygieneregeln.“

Die Lehrerin oder der Lehrer ist immer dabei und bekommt so einen persönlichen Eindruck, wie motorisch sicher die Kinder auf dem Fahrrad sind. Bei einem zweiten Training fahren die Kinder einen kompletten Motorik-Parcours ab und werden dabei von ihrer Lehrkraft bewertet.

Kann dieses Training die Radfahrausbildung im Straßenverkehr ersetzen? Dazu Ralf Kamphausen: „Nein, auf gar keinen Fall. Die Kinder befinden sich auf ihrem Schulhof, also in einem „Schonraum“, wie wir es nennen würden. Dort toben und spielen sie in den Pausen. Wir appellieren an die Eltern, mit ihren Kindern in den Sommerferien das Radfahrverhalten im Straßenverkehr zu üben. Dafür haben wir umfangreiches Informationsmaterial im Internet eingestellt.“

Dieses findet man hier: https://rhein-kreis-neuss.polizei.nrw/artikel/radfahrausbildung-im-rhein-kreis-neuss