Es ist eines der größten Infrastrukturprojekte der deutschen Energiewirtschaft: Die Umstellung von L- auf H-Gas. In den nächsten Wochen erhalten alle Meerbuscher Gaskunden ein erstes Informationsschreiben. Danach beginnen die Arbeiten in allen Haushalten mit Gasanschluss im Netzgebiet der Stadtwerke Meerbusch.

Beim Erdgas gibt es zwei verschiedenen Gasqualitäten, L- (low caloric) und H-Gas (high caloric). Sie unterscheiden sich hauptsächlich in ihrer Zusammensetzung und ihrem Brennwert. Meerbusch wurde bisher mit L-Gas versorgt. Nun wird flächendeckend auf H-Gas umgestellt.

Die meisten Gasgeräte, die mit L-Gas betrieben werden, können aus Sicherheitsgründen nicht ohne weiteres H-Gas verwenden. Daher werden alle Geräte im Rahmen der Erdgasumstellung zunächst erfasst und später technisch angepasst. Dies betrifft Gasgeräte und -anlagen in Haushalten, Betrieben und der Industrie.

Zum Hintergrund

Die Niederlande sind mit ihrem Erdgasfeld in Groningen einer der größten Lieferanten von L-Gas. Durch eine starke Reduzierung der Förder- und damit auch der Exportmengen wird L-Gas jedoch in Zukunft nur noch sehr begrenzt zur Verfügung stehen. In allen L-Gas-Gebieten Deutschlands (Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bremen, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz) wird daher die Versorgung nach und nach auf H-Gas umgestellt. Insgesamt sind rund 4 Mio. Erdgaskunden betroffen. Nach aktuellen Planungen soll die Umstellung im Jahr 2030 abgeschlossen sein.

Nach § 19 a des Energiewirtschaftsgesetzes ist der jeweilige Netzbetreiber für diese Umstellungsmaßnahmen zuständig, in unserer Region sind das die Stadtwerke Meerbusch. Dies gilt unabhängig vom Gaslieferanten, von dem der Endkunde sein Gas bezieht.

Der Zeitplan

Vor der Umstellung auf H-Gas müssen alle Gasgeräte und -anlagen auf die neue Gasqualität angepasst werden. Dies erfolgt in zwei Schritten: Zunächst werden die Gasgeräte erfasst, damit die entsprechenden Ersatzteile bestellt werden können. Im zweiten Schritt werden die Geräte technisch angepasst, z. B. durch einen Austausch der Düsen. Zwischen diesen beiden Schritten kann eine Zeitspanne von über einem Jahr liegen. In jedem Betrieb oder Haushalt sind also mindestens zwei Termine notwendig. Erfassung und Anpassung der Gasgeräte sind für den Kunden kostenlos.

Die Stadtwerke Meerbusch beginnen mit der Erfassung der Gasgeräte Anfang März 2021, die technische Anpassung erfolgt dann ab Ende Mai 2022. Insgesamt müssen in Meerbusch ca. 9.000 Haushalte besucht und ca. 12.000 Gasgeräte erfasst und angepasst werden.

Bitte an die Bürger

Projektleiter Lars Lohrberg wendet sich schon jetzt mit einer Bitte an die Bürger: „Bei diesem großen Projekt sind wir auf die Unterstützung aller mit Erdgas versorgten Haushalte und Unternehmen angewiesen. Unsere Monteure werden jeden Gaskunden mindestens zweimal aufsuchen. Wir geben unser Bestes, um die Umstellung für alle Beteiligten so reibungslos wie möglich zu gestalten. Heben Sie deshalb das Informationsschreiben, das Sie in Kürze erhalten und alle weiteren Unterlagen, die Sie von uns zu diesem Thema erhalten, gut auf.“

Um Trickbetrügereien vorzubeugen, erhalten die Monteure der Stadtwerke Meerbusch entsprechende Lichtbildausweise sowie Zugangscodes, die beim Kundenbesuch unaufgefordert gezeigt werden müssen. Bei Zweifeln sollten sich die Meerbuscher Bürgerinnen und Bürger an das Erdgasbüro der Stadtwerke wenden, zu erreichen unter 02159 / 9137-466.

In dem Zusammenhang machen die Stadtwerke darauf aufmerksam, dass es aus Sicherheitsgründen zu Sperrungen des Gasanschlusses durch den Netzbetreiber kommen kann, wenn der Zutritt zur Erfassung und Anpassung der technischen Anlagen verweigert wird.

Hinweise zur Erdgasumstellung während der Corona-Pandemie

Derzeit werden im Netzgebiet der Stadtwerke Meerbusch noch keine Maßnahmen zur Erdgasumstellung durchgeführt, die einen Kundenbesuch erforderlich machen. Sollten zum Beginn der Erfassung immer noch COVID-19 bedingte Verhaltens- und Hygieneauflagen bestehen, halten sich die Mitarbeiter der Stadtwerke Meerbusch strikt an ein abgestimmtes Hygienekonzept. „Wir werden selbstverständlich auch weiterhin dazu beitragen, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen und Risikogruppen in unserer Gesellschaft zu schützen“, bekräftigt Geschäftsführer Tafil Pufja das Vorgehen bei der Erdgasumstellung.

Die Stadtwerke Meerbusch werden rechtzeitig mit weiteren Informationen zu den nächsten Schritten auf alle betroffenen Gaskunden in ihrem Netzgebiet zukommen. Alles zum Thema Erdgasumstellung kann unter stadtwerke-meerbusch.de/erdgasumstellung nachgelesen werden.