Die Leiterinnen der städtischen Kitas tragen die Aktion "Sprich mit mir!" aktiv mit. Von links: Andrea Henze ("Tabaluga"), Elvira Lüders ("Lummerland"), Sarah Elsenbruch ("Unterm Regenbogen"), Ilse Kremer ("Fronhof"), Beate Gesirowski "Sonnengarten", Claudia Schmidt ("Rasselbande"), Petra Bachmann ("Entdeckerknirpse"), Marga Reiners ("Kunterbunt") und Susanne Rieth (Jugendamt). Foto: Stadt Meerbusch.

Die kreisweite Aktion „Sprich mit mir!“ soll jetzt auch in den städtischen Kitas für mehr Sensibilität der Eltern beim Umgang mit Handy und Smartphone sorgen. Die Botschaft der Kampagne, die sich insbesondere an die Eltern von Kleinkindern richtet, ist deutlich: Überdenkt eure Handy-Gewohnheiten und schenkt euren Kindern die nötige Aufmerksamkeit! Sechs lustige Karrikaturen der Cartoonistin Renate Alf mit typischen Szenen aus dem Familienalltag unterstützen den Appell. Die Motive werden auf Postkarten und Plakaten verteilt, dazu gibt es Videos, ein Kartenspiel, eine Info-Broschüre und andere Marketing-Artikel.

Das Jugendamt der Stadt Meerbusch unterstützt die Idee von Beginn an. Peter Annacker, Leiter des Fachbereichs „Soziale Hilfen und Jugend“, weiß, wie wichtig elterliche Zuwendung, Aufmerksamkeit und Ansprache für Kinder sind: „Kinder lernen in der frühkindlichen Entwicklungszeit erstes grundlegendes Rüstzeug fürs Leben: die Sprache – und zwar durch Zuhören und Nachahmen.“ Insbesondere durch den direkten (Blick-)Kontakt der Erwachsenen mit dem Kind funktioniere eine Interaktion, die die Entwicklung des Kindes direkt fördert. „Sprache lernt ein Kind nun einmal nur durch Sprechen“, so Annacker.

Den Erzieherinnen in den Kitas bietet sich nicht selten ein anderes Bild. Vor allem in hektischen Situationen am Morgen oder auch beim Abholen der Kleinen in der Kita nach Feierabend scheint das Smartphone für viele Mütter und Väter ein unverzichtbares Utensil zur Lebensbewältigung zu sein. Bei der Kampagne – das betonen alle Beteiligten – geht es aber nicht darum, das Handy oder andere elektronische Medien zu verteufeln. Auch gehe es nicht darum, Eltern mit erhobenem Zeigefinger zu verärgern. Deshalb wird die Botschaft auch humorvoll und mit „Schmunzelfaktor“ verbreitet. Ziel ist es, für eine bewusstere Nutzung von Handys im Beisein der Kinder zu werben. „Denn Kinder bekommen sehr viel vom Eltern-Verhalten mit und kopieren es später“, so Peter Annacker.