Josef Tovornik, der letzte Bürgermeister von Lank-Latum, war „Lanker Polit-Urgestein“, die personifizierte Geschichte des Amtes Lank und seiner Gemeinde Lank-Latum seit Kriegsende bis zur Gründung der Stadt Meerbusch. Geboren wurde er am 13. März 1907 als einziger Junge von vier Geschwistern in St. Georgen in der Steiermark. Als er neun Jahre alt war, wanderte sein Vater Balthasar, der aus Slowenien stammte, mit seiner Familie auf der Suche nach auskömmlicher Arbeit von der von der Steiermark nach Meerbeck, Kreis Moers, aus und arbeitete dort in der Steinkohlenindustrie als Holzfachmann im Bergwerk. Die Familie lebte in einer Zechensiedlung. Josef Tovornik wuchs dort in einer sozialen Mischkultur auf und entdeckte dort schon früh seine Liebe zum Fußball. In den Jahren 1914 bis 1921 besuchte er die katholische Volksschule in Meerbeck, Kreis Moers.

AUSBILDUNG IN MOERS

In einer Handwerkergenossenschaft in Moers begann er 1921 seine Ausbildung als Lehrling und kaufmännischer Gehilfe mit Schwerpunkt kaufmännische Büroarbeiten. Im Zuge von Betriebseinschränkung verlor Tovornik 1926 seine Stelle, war fast ein halbes Jahr arbeitslos, ehe er im Dezember 1926 bei der Bergwerksgesellschaft Rheinprovinz als Hilfsarbeiter auf der Verladerampe Arbeit fand. Im April 1928 wechselte er seinen Arbeitsplatz und arbeitet als kaufmännischer Gehilfe in der Buchhaltung der Holzhandlung und Sägewerk Firma Max Friedrich in Krefeld-Linn.

Zwischen all seinen diversen Beschäftigungsverhältnissen wurde Josef Tovornik 1930 zum einen als Österreicher eingebürgert und heiratete im selben Jahr Adelheid Henriette Hufer, die Tochter des Lagermeisters Hermann Hufer aus Moers, mit der er sechs Kinder haben sollte. Infolge Betriebsstilllegung verlor er im Dezember 1931 seine Arbeit und war erneut ein halbes Jahr ohne Arbeit, ehe er im Juli 1932 auf dem Arbeitsamt Moers als Angestellter im Versicherungswesen Anstellung fand. Wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ endete dort sein Dienstverhältnis im April 1933. Im Juni 1933 erhielt er auf dem Finanzamt Moers als Angestellter im Kassenwesen eine Arbeitsmöglichkeit. Im April 1934 kehrte er als Betriebsleiter für das Säge- und Hobelwerk zur Firma Max Friedrichs in Krefeld-Linn zurück, bis er im Oktober 1944 zum Wehrdienst eingezogen wurde. Zwischenzeitlich war Josef Tovornik 1938 mit seiner Familie nach Lank gezogen.

SELBSTSTÄNDIGER UNTERNEHMER

Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft im August 1945 arbeitete er bis zur Betriebsstilllegung im Februar 1946 wieder als Betriebsleiter bei seiner alten Firma in Krefeld-Linn. Neue Arbeit fand er bei der Fritz Winkels Türenfabrik an der Fronhof-Straße in Lank und wechselte Anfang der 50er Jahre in die Geschäftsführung des Holzvertriebes Müller & Caspar Bamberg in Krefeld-Linn. 1965 gründete der Holzkaufmann Josef Tovornik seine eigene Holzhandlung Josef Tovornik & Co. in Lank, deren Geschäftsführung er bis 1972 inne hatte.