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In unserer Reihe „Meerbuscher Kopf“ berichtet Stadtarchivar Michael Regenbrecht über historische Persönlichkeiten in Meerbusch. In dieser Ausgabe veröffentlichen wir Teil 2 seines Beitrags zu Josef Tovornik, letzter Bürgermeister der Gemeinde Lank-Latum.

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KOMMUNALPOLITIK ALS HOBBY

Geich nach dem Krieg hatte sich Josef Tovornik der Kommunalpolitik, seinem „Freizeithobby“, verschrieben. Er war Mitbegründer der CDU im Amte Lank und im Kreis Kempen-Krefeld nach dem Krieg und viele Jahre im dem Vorstand des Lanker CDU-Ortsverbandes an. Er war für seine Partei 20 Jahre Mitglied im Rat der Gemeinde LankLatum von 1946 bis 1958 und von 1961 bis 1969. Er bekleidete dort in den Jahren von 1952 bis 1956 das Amt des stellv. Bürgermeisters und ab 1961 bis 1969 das Amt des Bürgermeisters. Er gehörte von 1946 bis 1969 der Amtsvertretung des Amtes Lank an und stand derselben von 1948 bis 1955 und dann erneut von 1961 bis 1969 in der Funktion als Amtsbürgermeister vor. Daneben war er für mehrere Legislaturperioden als Kreistagsabgeordneter im Kreis Kempen-Krefeld aktiv. Zuerst von 1947 bis 1951 und dann wieder von 1960 bis 1964 als Nachfolger des plötzlich verstorbenen Kreistagsabgeordneten Linneweh, dessen Stellvertreter Tovornik im Kreisausschuss war.

BETEILIGUNG AM AUFBAU DER KOMMUNALEN SELBSTVERWALTUNG

Durch seine langjährige Mitgliedschaft in den Beschlussorganen des Amtes Lank und der Gemeinde Lank-Latum wirkte Josef Tovornik entscheidend beim demokratischen Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung nach dem Kriege mit. Während seiner Zeit als Amtsbürgermeister und Bürgermeister, wo sich vielfach die Aufgaben überschnitten oder sich vielfach ergänzten, hatte er besonderen Anteil an der Lösung der schwierigen Probleme der Nachkriegszeit, die in ernährungswirtschaftlicher Hinsicht und in der Unterbringung der zahlreichen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen bestanden. Seine Persönlichkeit, Toleranz und sein Verständnis für die Belange der Mitbürger befähigten ihn, oftmals als eine Vermittlerrolle im Sinne eines echten Ausgleichs der Interessen in den Verwaltungskörperschaften und in der Bürgerschaft einzunehmen und um Verständnis zu werben für die Maßnahmen der staatlichen und kommunalen Organe.

Zur Durchführung von Maßnahmen in den verschiedenen Bereichen entwickelte Josef Tovornik zusammen mit dem Lanker Gemeindeund Amtsrat besondere verdienstvolle Initiativen. Zu nennen sind hier: der Schulbau in Lank, die Modernisierung der Amtsfeuerwehr, die Stadtkernsanierung, der Straßenbau, das Amtswasserwerk, das Klärwerk, die Sportplatzanlage und der Lanker Friedhof. Nicht zuletzt die Erhaltung und der Erweiterungsbau des damals noch im Eigentum des Amtes Lank stehenden St. Elisabeth-Krankenhauses war ein Erfolg der kommunalen Arbeit von Josef Tovornik.

Ende der 60er-Jahre setzte sich Josef Tovornik im Zuge der kommunalen Neugliederungsdebatte entschieden für die Bildung der Stadt Meerbusch ein und gehörte nach ihrer Gründung in der Übergangsphase bis zur Wahl des 1. Meerbuscher Stadtrates dem Beirat zur Unterstützung des Beauftragten für die Aufgaben des Rates an. 1970 erfolgte seine Wahl als CDU-Kandidat in den 1. Meerbuscher Stadtrat. Dieser wählte ihn zum stellv. Bürgermeister. Seit der Kommunalwahl 1975 beriet er die Ausschüsse des Rates als sachkundiger Bürger.

AKTIV IM VEREINSLEBEN

Über die Politik hinaus hatte sich Josef Tovornik auch um das Vereinsleben in seiner Heimatgemeinde bemüht. Bereits ab 1946 war er aktiv am Wiederaufbau, der Reorganisation und am Vereinsleben des Fußballvereins ASV Lank, in unterschiedlichen Funktionen als Geschäftsführer, Jugendleiter, Vorsitzender und Ehrenratsmitglied beteiligt. Er war ein Freund der Jugendförderung und echter Fußballanhänger. Auch im zentralen Heimatbrauchtum, dem Schützenwesen, war er überaus aktiv. 16 Jahre war er 1. Brudermeister der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Lank. Es hieße „Eulen nach Athen tragen“, wenn man alle weiteren Sportvereine, kulturellen Vereine und Organisationen aufzählen würde, in denen Tovornik Mitglied, Schirmherr von Veranstaltungen oder Protektor gewesen war.

Als sichtbaren Ausdruck und Anerkennung für seine Verdienste um die Allgemeinheit wurde Josef Tovornik 1968 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Er starb am 23. Oktober 1976 im Alter von 69 Jahren in Meerbusch. 1980 beschloss der Hauptausschuss der Stadt Meerbusch, in Lank eine Straße zu Ehren des verdienstvollen Kommunalpolitikers mit „Josef-Tovornik-Strasse“ zu benennen. (Auszug aus dem Vortragsmanuskript „Die letzten Bürgermeister des Amtes Lank vor der Meerbuscher Stadtgründung – Biographische Skizzen“ von Michael Regenbrecht)

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