Foto: Stadt Meerbusch / Sandra Sperlinger

„Wenn sich unsere Bürgerinnen und Bürger jetzt nicht streng an die behördlich verordneten Regeln halten, ist das fahrlässig und gefährdet Menschenleben“, so Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage. „Die Disziplin und Verzichtbereitschaft jedes Einzelnen von uns ist entscheidend für Erfolg oder Misserfolg aller Bemühungen im Kampf gegen Corona.“

Offenbar sei das auch in Meerbusch noch nicht in aller Konsequenz in den Köpfen vieler Menschen angekommen. Jetzt sei es erstes Gebot, solidarisch, besonnen und verantwortungsvoll zu handeln sowie auf die Alten, Kranken und Schwachen Rücksicht zu nehmen. „Eine ganze Reihe positiver Initiativen gibt es in unserer Stadt ja schon. Dafür bedanke ich mich ausdrücklich und hoffe auf viele Nachahmer“, so die Bürgermeisterin.

Unterdessen wurden die Maßnahmenkataloge für den Kampf gegen die drastisch steigenden Infektionszahlen mehrfach weiter verschärft. Per Erlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat die Landesregierung alle öffentlichen Veranstaltungen – dazu gehören auch Versammlungen unter freiem Himmel – untersagt, um Kontakte zwischen Personen bestmöglich zu reduzieren und Infektionsketten zu unterbrechen. Wochenmärkte bleiben noch erlaubt, weil sie der Versorgung der Bevölkerung dienen. Die Untersagung gilt bis auf weiteres und ohne zeitliches Limit. Hinzu kommen ab Mittwoch, 18. März, die bereits bekannten Beschränkungen für Handel und Gastronomie.

Die Bürgermeister der Kreiskommunen haben sich am Dienstagmorgen in einer Video-Konferenz entschieden, auch bei Bestattungen mit höchster Vorsicht vorzugehen. Trauerfeiern in Friedhofskapellen waren bereits am Montag verboten worden. Bei Beerdigungen dürfen nun auch auf den Meerbuscher Friedhöfen nur noch zehn Trauergäste (einschließlich Pfarrer oder Trauerredner) am Grab anwesend sein. Auf die gleiche Teilnehmerzahl haben sich die Verwaltungschefs bei Trauungen im Standesamt geeinigt. Einschließlich dem Standesbeamten, dem Brautpaar und den Trauzeugen sind noch zehn Menschen gleichzeitig im Trauzimmer erlaubt.

Geschlossen werden – nach den städtischen Sporthallen und -plätzen – nun auch die Meerbuscher Spielplätze. Wegen der kita- und schulfreien Zeit der Kinder hatte es hier schon ab dem vergangenen Wochenende viel Betrieb und entsprechend viel körperliche Nähe gegeben.

Da das Gesundheitsamt des Rhein-Kreises Neuss inzwischen mehr Menschen hat testen können, ist damit zu rechnen, dass auch die Zahl der erfassten Infizierten weiter deutlich steigen wird. Fortan – so die Information aus dem Kreisgesundheitsamt – wird wegen der großen Zahl der Testwünsche allerdings nur noch unter dringendsten medizinischen Verdachtsfällen getestet.

„Erste Aufgabe in den Rathäusern ist es derzeit, die behördlich verordneten Einschränkungen und Verbote umzusetzen“, so Mielke-Westerlage. Gleichwohl gehen auch in der Stadtverwaltung besorgte Anfragen ein – u. a. fragen Eltern nach der Erstattung von Kita- und Tagespflegebeiträgen. „Wir haben uns auf Kreisebene darauf verständigt, dass es auch hier einheitliche Regelungen geben wird. Wie diese im Detail aussehen werden, müssen wir angesichts der jetzigen Prioritäten später entscheiden.“