Zeugnisse des Protests gegen den Konverter in Osterath übergeben (von links): Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Wolfgang Miller, Dipl.-Ing. Peter Ascher und Dr. Wulff Bickenbach. Foto: D. Staniek/Rhein-Kreis Neuss

Der Rhein-Kreis Neuss hat immer Wert darauf gelegt, dass der Bau eines Konverters an der von der Firma Amprion geplanten Stromtrasse möglichst geringe Auswirkungen auf Bevölkerung und Natur haben muss. Diese Auffassung vertrat Landrat Hans-Jürgen Petrauschke bei der Übergabe der Dokumentation der Osterather Proteste gegen das Projekt durch die über acht Jahre engagierte Bürgerinitiative im Kreishaus Grevenbroich. Für die Auswahl des Standorts sind ausschließlich Amprion und die Bundesnetzagentur zuständig.

„Der Kreis ist als Untere Immissionsschutzbehörde nach dem von Amprion als Antragsteller gewählten Verwaltungsverfahren für die Genehmigung des Konverters verantwortlich. Wir haben uns nicht um diese Zuständigkeit gerissen, sind aber gezwungen, den Antrag anhand der rechtsstaatlichen Voraussetzungen zu prüfen“, erklärte Petrauschke. Aktuell läuft das behördliche Beteiligungsverfahren.

Die Osterather Dokumentation umfasst die schon acht Jahre laufenden Proteste. Wolfgang Miller, Dipl.-Ing. Peter Ascher und Dr. Wulff Bickenbach präsentierten dem Landrat 90 sogenannte Leichtplatten, auf denen das Geschehen festgehalten ist. Auf dem Format 70 mal 100 Zentimeter sind rund 500 Presseberichte, einige hundert Fotos, zahlreiche Plakate sowie etwa 20 Schilder zu sehen. Die Dokumente verdeutlichen den Einsatz vieler Bürgerinnen und Bürger gegen den Standort des Konverters bei privaten, aber auch öffentlichen Aktionen und werden nun vom Archiv der Stadt Meerbusch übernommen.

Petrauschke dankte den Initiatoren für ihr Engagement und die eindrucksvolle Darstellung der Historie des Verfahrens. „Der Einsatz der Initiative sowie engagierter Bürgerinnen und Bürger hat dazu geführt, dass der ursprünglich vorgesehene, nahe an der geschlossenen Wohnbebauung gelegene Standort von Amprion nicht weiterverfolgt wird. Das Ziel, einen ganz anderen Standort auszuwählen, ist bislang jedenfalls nicht geglückt. Ob der Bau an der nun beantragten Stelle erfolgt, wird letztlich vermutlich durch Gerichte überprüft werden“, so der Landrat. Er habe stets an Amprion appelliert, alle möglichen Standorte neutral zu betrachten. Die symbolische Übergabe der Dokumentation wurde auch zum Austausch über die Rolle der Genehmigungsbehörde und die Genehmigungsbedingungen genutzt.

Das Unternehmen Amprion hatte im September vergangenen Jahres beim Rhein-Kreis Neuss einen Antrag nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz auf den Bau des Konverters eingereicht. Beantragt wurde die Genehmigung für einen Standort südöstlich des Umspannwerks bei Osterath, der in einem Abstand von mindestens 700 Metern zur nächstgelegenen geschlossenen Wohnbebauung liegt.