Die beiden Standortleiter des Amazon-Sortierzentrums in Krefeld, Tobias Rainer (r.) und Tobias Hurtmann (l.) mit Bürgermeister Christian Bommers. Foto: Stadt Meerbusch

Der verbotswidrige LKW-Verkehr durch Lank-Latum und Nierst war nun Thema bei einem Besuch des Amazon-Sortierzentrums in Krefeld durch Meerbuschs Bürgermeister Christian Bommers. Nachdem die Verantwortlichen bereits im Mai auf ein Schreiben aus dem Rathaus reagiert und Besserung gelobt hatten, machte sich der Bürgermeister nun ein Bild vor Ort und lies sich erläutern, wie das Logistikunternehmen dem unerlaubten Schwerlastverkehr gegenwirken will.

„Die dörflichen Strukturen in Lank-Latum und Nierst sind für den überörtlichen LKW-Verkehr nicht geeignet. Zudem liegen an beiden Ortsdurchfahrten öffentliche Einrichtungen, auch Kindertagesstätten, deren Schutz in unser aller Interesse steht“, so Bommers.
In einem Schreiben Anfang Mai hatten die Amazon-Verantwortlichen zugesichert, sich des Themas anzunehmen und die An- und Abfahrtswege der Lkw zu verfolgen. Dazu nutze das Sortierzentrum ein so genanntes Geo-Fencing-System, das Mitteilung gebe, wenn Trucks die Verkehrsregelungen auf der Uerdinger Straße und der Stratumer Straße missachten und in die verbotenen Straßen einfahren.

„Tatsächlich konnten mir die Standortleiter aufzeigen, dass über das GEO-Fencing und andere Methoden darauf eingewirkt wird, dass die Trucker ausschließlich die erlaubten Routen nutzen. Anhand einer Auswertung wurde dargestellt, dass sich die verbotenen Durchfahrten von März bis Juni schon halbiert haben“, so Bommers, der aber noch Luft nach oben sieht: „Ich begrüße ausdrücklich die getroffenen Maßnahmen und die Kooperation, jedoch reichen mir die Ergebnisse noch nicht aus! Daher haben wir einen monatlichen Report seitens Amazon vereinbart um im laufenden Austausch zu bleiben.“

Bürgermeister Christian Bommers hatte im März neben Amazon auch die Baumarktkette Bauhaus angeschrieben und diese aufgefordert, dass sowohl die eigene Logistik-Flotte, als auch die deren Partner die geltenden Durchfahrtsverbote in Lank-Latum und Nierst beachten und sich zur Anfahrt des Zentrallagers der zulässigen Routen in den Krefelder Hafen bedienen. Eine Antwort von Bauhaus steht – trotz Nachfrage – bislang allerdings nach wie vor aus.