Die Konzerte des Meerbuscher Gospel-Chors "Spirit of Joy" sind beliebt. Am 15. Februar singt der Chor in St. Stephanus zum Stadtjubiläum. Foto: G. Salzburg

„Das Stadtjubiläum ist für uns ein denkbar schöner Anlass für ein Benefiz-Konzert“, sagt Gabi Klinkhammer. „Deshalb haben wir frühzeitig alle Hebel in Bewegung gesetzt, um möglichst früh im Jahr einen Termin und einen geeigneten Ort zu finden.“ Beides ist gelungen:

Am Samstag, 15. Februar, 18 Uhr (Einlass 17.30 Uhr), lädt der Meerbuscher Gospelchor „Spirit of Joy“ zum Konzert in die Lanker Pfarrkirche St. Stephanus ein. Das Jubiläumsmotto der Stadt wurde der Einfachheit halber übernommen: „Acht sind eins – 50 Jahre Meerbusch“. Der Eintritt ist frei, statt dessen bittet der Chor um Spenden für den Lanker „Verein engagiert e.V.“ . Die Leitung des Konzerts liegt in den Händen der bekannten Dirigentin Angelika Rehaag aus Krefeld, am Piano sitzt Lukasz Flakus aus Bonn.

„Wir hoffen wir auf eine gut gefüllte Kirche und volle Spendenkörbchen“, so Klinkhammer. „Spirit of Joy“ mit seinen etwa 70 Sängerinnen und Sängern ist ein christlicher, überkonfessioneller und unabhängiger Chor. Die meisten öffentlichen Auftritte sind Benefizkonzerte, mit denen regionale soziale oder karitative Projekte unterstützt werden. Der Chor gestaltet auch Gottesdienste mit. „Unsere Auftritte sind nicht nur zum Zuhören gedacht. Mitsingen, Klatschen, Tanzen, Emotionen – das alles ist erlaubt. Wir freuen uns erst dann so richtig, wenn der Funke überspringt.“ Das Repertoire besteht überwiegend aus traditionellem und modernem Black American Gospel, einer christlichen Musikrichtung mit Elementen des Spirituals, des Blues und des Jazz. „Das ist ‚schwarze’ Gospelmusik, wie sie in den afroamerikanischen Gemeinden komponiert, gesungen und gelebt wird.“

Alexander Gronwald, Vorsitzender des 2016 gegründeten „Verein engagiert“, freut sich über die gelungene Kombination von Konzert und lokalem Sozialprojekt. Sein Verein hat sich auf die Fahnen geschrieben, mit jungen Leuten älteren Menschen vor Ort zur Seite zu stehen. Jede Woche besuchen mehr als 60 Jugendliche in kleinen Gruppen soziale Einrichtungen und Altenheime – nicht nur in Lank-Latum, sondern mittlerweile auch in Strümp und seit kurzem auch mit einem eigenen Team in Kaarst. „Da werden Gesellschaftsspiele gespielt, es gibt Vorlesestunden und Kegeln“, so Gronwald. „Bei gutem Wetter stehen natürlich auch gemeinsame Spaziergänge auf dem Programm.“ Die Begegnungen zwischen Alt und Jung seien für beide Seiten bereichernd und bisweilen auch anrührend. Ein Erlebnis geht ihm auch persönlich nicht mehr aus dem Sinn. „Ein älterer Herr bat mich, mit ihm einmal zur Mühlenstraße zu gehen.“ Dort sei der Mann aufgewachsen, aber schon über zehn Jahre nicht mehr dort gewesen. „Das strahlende Gesicht eines Menschen, der nur 200 Meter Luftlinie von seinem Elternhaus entfernt im Altenheim wohnt und dort nach so langer Zeit zum ersten Mal wieder vorbeikommt, ist mit keinem Geld der Welt zu bezahlen“, so Alexander Gronwald.

Bei den ehrenamtlich mitarbeitenden Jugendlichen kommt das lokale Projekt gut an. Sie bekommen die Möglichkeit, sich ohne großen Aufwand regelmäßig sozial zu engagieren. Das Engagement ist zu 100 Prozent freiwillig und flexibel – und es vermittelt das Gefühl, aus eigener Kraft Gutes zu tun. Das, so Alexander Gronwald, sei die beste Motivation: „Im Rahmen der Ehrenamtspauschale können unsere Helfer fünf Euro Taschengeld pro Stunde bekommen. Aber viele nehmen das gar nicht in Anspruch.“