"Make love not war": Der VW-Bully ist auch Günther Margielskys Lieblingsmotiv. Foto: Stadt Meerbusch

Günther Margielsky ist „schwer beschäftigt“: „Im Moment hab‘ ich viel um die Ohren, aber es macht Spaß“, sagt der Bühnenmaler und Künstler aus Osterath. In Kellerraum des Erwin-Heerich-Hauses  in Osterath-Bovert stehen Farbtuben, Dachlatten, Platten, Pinsel. Auf der Malerpalette schillern die buntesten Farben. Im fünften Jahr gestaltet Margielsky nun die Deko für den Rathaussturm zur Weiberfastnacht. Zum zweiten Mal putzt er das Alte Rathaus an der Hochstraße in Osterath für das närrische Treiben heraus. Das Rathaus in Büderich – ansonsten traditioneller Sitz der Bürgermeisterin – wird noch bis zu den Sommerferien grundsaniert.

Von Hause aus ist Margielsky Maler- und Lackierermeister, später fand er in der Bühnenmalerei seine Leidenschaft, war an mehreren Theatern engagiert. Zurzeit arbeitet er auf den Abschluss seines Kunststudiums hin. Beim diesjährigen Motto des Rathaussturms kann er sich wieder nach Herzenslust austoben: „Jeck in Siebziger!“ heißt es diesmal mit Blick auf die Meerbuscher Gründungsjahre und das Stadtjubiläum 2020. „Bildmotive zu dieser bunten Zeit gibt es reichlich“, so der Osterather. Auf dem Narrenschiff „MS Meerbusch“ schippern langhaarige Hippies über den Rhein, der kultige VW-Bully mit Peace-Zeichen tuckert ins Grüne, und – die Stadtgeschichte lässt grüßen – Düsseldorf und Krefeld zerren am Meerbusch-Wappen, um sich möglichst viel der jungen Stadt einzuverleiben.

Bis zum Altweiber-Tag, da hat Margielsky keinen Zweifel, wird alles komplett fertig sein. „Zeitdruck bin ich von meiner Zeit am Theater gewöhnt“, sagt er und lacht. Früh ab 8 Uhr wird er am 20. Februar den Rathauseingang dekorieren und die Eingangstür verrammeln, damit kein Narr das Amt allzu leicht erstürmen kann.

Jeckes Programm beginnt schon um 10.15 Uhr

Ist die Arbeit des Bühnenmalers getan, geht’s richtig los: Schon ab 10.15 Uhr gibt es an der Hochstraße „jecke Tön'“ und Schunkelrunden fürs Volk. Der Rathaussturm ist übrigens der einzige närrische Termin, an dem alle Karnevalsvereine der Stadt gemeinsam vertreten sind. Mit Show- und Gardetänzen sorgen die Tanzgarden der Nierster KG „Kött on Kleen“, der Büdericher KGs „Heinzelmännchen“ und „Blau-Weiß“ sowie das Männerballett der Osterather KG „Fettnäppke“ für Stimmung. Die Polizei wird die Hochstraße dazu etwa eine Stunde lang sperren, damit die Narren freie Bahn haben.

Gegen 11 Uhr wird’s dann langsam ernst: Robert Daniels, seines Zeichens Prinz der „Freien Herrlichkeit Nierst“ wird den Rathausschlüssel einfordern – zunächst wie immer vergeblich. Wie die Narren dann den Zirkus-Eingang knacken, ins Haus eindringen und den Schlüssel erobern wollen, ist traditionsgemäß geheim. Punkt 11.11 Uhr wird der Prinz mit Abordnungen aller Meerbuscher Karnevalsgesellschaften die Rathausmacht an sich reißen. Die Kinderprinzenpaare aus Nierst und Lank-Latum helfen tatkräftig mit. Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage erlebt die jecke Herausforderung in diesem Jahr zum fünften Mal und will so lange wie möglich standhalten.

Anschließend steigt im Karnevalszelt hinter dem Rathaus die beliebte Sturm-Party für alle. Vollblut-Musiker Daniel Coenen wird der Menge als DJ einheizen. Würstchen und Pommes warten am Imbisswagen des Osterather „Hungerstopp“. Der Eintritt ins Zelt ist traditionsgemäß frei für jedermann.

Geänderte Öffnungszeiten

Die Bürgerbüros der Stadtverwaltung haben am Altweiberdonnerstag wie gewohnt von 7.30 bis 12 Uhr geöffnet, der „lange Donnerstag“ im Bürgerbüro Lank fällt aus. Das „Meerbad“ bleibt am Altweibertag ab 13 Uhr geschlossen. Am Rosenmontag haben die Schwimmer komplett Pause, am Veilchendienstag öffnen die „Meerbad“-Pforten ab 12 Uhr. Die Stadtbibliothek und die „Zweigstellen“ in Lank und Osterath schließen an Altweiber und am Rosenmontag. Am Freitag vor Karneval gelten in allen Dienststellen die üblichen Öffnungszeiten. Am Rosenmontag ist die Verwaltung generell geschlossen.