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Mehr grüne Dächer und Fassaden im Stadtgebiet – mehr Lastenräder auf Meerbuschs Straßen!: Mit zwei richtungsweisenden Entscheidungen hat der Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss am Donnerstagabend den Weg der Stadt Meerbusch hin zu mehr lokalem Klimabewusstsein und verträglicherer Mobilität fortgesetzt.

Entscheidung 1: Im Rahmen des Förderprogramms „Meerbusch grünt auf!“ können Hauseigentümer und auch Mieter, die über eine Einverständniserklärung des Eigentümers verfügen, finanzielle Unterstützung für die Begrünung von Dächern und Fassaden beantragen. Gedacht sind die Fördermittel für Gebäude im Bestand, für Neubauten hat der Stadtrat bereits im Jahr 2019 eine „Begrünungssatzung“ beschlossen.

Je nach Art und Umfang der geplanten Maßnahme kann die Stadt aus ihrem Fördertopf nun 20 bis 50 Prozent der anfallenden Kosten übernehmen. Dabei gilt eine Obergrenze von 40 Euro pro Quadratmeter für eine intensive, und 30 Euro pro Quadratmeter für eine extensive Dachbegrünung. Fassadengrün wird mit 20 Euro pro Quadratmeter Fläche gefördert. Die Stabsstelle Umwelt und Klimaschutz im Technischen Dezernat der Stadtverwaltung gibt Interessenten bei der Verwirklichung ihres Vorhabens praktische Hilfestellung: Wie wird mein Haus grüner, und wie bekomme ich Unterstützung? Zunächst gilt es, eigene Ideen für die Begrünung zu entwickeln. Ein qualifiziertes Planungsbüro oder ein zugelassener Handwerksbetrieb kann dann eine erste Planung mit Kostenvoranschlag vorlegen. Dann geht es an die Antragstellung bei der Stadt Meerbusch: Ab 1. April stehen die nötigen Formulare mitsamt einem Info-Flyer über die Vorteile begrünter Fassaden und Dächer auf der Internetseite www.meerbusch.de bereit. Die Stabsstelle Umwelt und Klimaschutz prüft den Antrag. Wichtig: Erst wenn der Antrag bewilligt und der Zuwendungsbescheid der Stadt angekommen ist,  kann mit den Arbeiten begonnen werden. Ist das Projekt fertig gestellt und mit einem Foto dokumentiert, kann das Fördergeld nach Prüfung durch die Stadt abgerufen werden.

Entscheidung 2: Wer sich für Einkauf und Transport ein Lastenrad anschaffen und damit umweltfreundlich unterwegs sein möchte, kann jetzt ebenfalls mit Unterstützung der Stadt rechnen. Möglich macht dies das neue Förderprogramm „Meerbusch lädt auf!“, das die Stadt im Rahmen der Initiative „Meerbusch radaktiv“ auflegt. Den Antrag dazu hatte die SPD-Fraktion eingereicht. Jetzt sind die entsprechenden Förderrichtlinien fertig: Beim Kauf eines Lastenrades wird auf Antrag eine Kaufprämie in Höhe von 35 Prozent der Anschaffungskosten ausgezahlt. Für Elektrolastenräder ist ein Höchstzuschuss von 1.500 Euro möglich, bei Lastenrädern ohne elektrische Unterstützung schießt die Stadt Meerbusch bis zu 1.000 Euro zu. Insgesamt stehen dafür in diesem Jahr 50.000 Euro im Haushalt der Stadt zur Verfügung. Die Regelung gilt nicht für gewerblich genutzte Lastenräder – hierfür gibt es bereits ein eigenes Förderprogramm des Landes NRW.

„Wir stellen fest, dass schon jetzt zunehmend Lastenräder auf unseren Straßen unterwegs sind“, sagt Dana Frey, Leiterin der Stabsstelle Umwelt  und Klimaschutz. „Das Auto ist aber nach wie vor Transportmittel Nummer eins. Unser Zuschuss soll einen Anreiz schaffen, das zu ändern.“ Beantragt wird der Zuschuss direkt bei der Stadt: Das ganze funktioniert wie folgt: Angebot für ein Lastenrad der eigenen Wahl einholen, Förderantrag online oder in Papierform einreichen. Bewilligungsbescheid abwarten und Kaufvertrag abschließen. Innerhalb von drei Monaten muss der Kaufnachweis eingereicht werden, dann erfolgt die Abrechnung mit der Stadt. Antragsformulare und Info-Flyer mit praktischen Tipps gibt es auch hier ab 1. April auf www.meerbusch.de.

Bürgermeister Christian Bommers steht beiden Initiativen sehr positiv gegenüber: „Als Stadt können wir den Klimawandel nicht stoppen. Wir haben aber durchaus die Möglichkeit, mit vielen lokalen Initiativen die Auswirkungen hier bei uns vor Ort abzumildern und damit ganz unmittelbar etwas für die Lebensqualität in Meerbusch zu tun.“ Die erfolgreiche Bewerbung Meerbuschs für das Landesprogramm „Klimaresilienz in Städten“ habe gezeigt, dass entschlossenes Handeln viele Möglichkeiten eröffne. „Wenn es uns gelingt, unsere Bürgerinnen und Bürger dabei mitzunehmen und zu überzeugen, sind wir auf einem guten Weg.“