Die anhaltende Hitze erfordert auch in der Stadtverwaltung konkrete Vorsichtsmaßnahmen. „Wir müssen die Lage jetzt auch ämterübergreifend in den Blick nehmen, damit wir schnell reagieren können“, so Stadtsprecher Michael Gorgs. Im Blickpunkt stehen dabei die Bewässerung von Bäumen im öffentlichen Raum, die Brandgefahr in Wäldern, aber auch auf den weiteren öffentlichen Flächen wie Deichen und Feldern. Mit den Meerbuscher Stadtwerken tauschen sich die Verantwortlichen über die Entwicklung des Grundwasserstandes aus.

Der Fachbereich Sicherheit und Ordnung und die Feuerwehr sind wegen der erhöhten Brandgefahr auf Grasflächen, Feldern und im Wald in „Hab-Acht-Stellung“. „Wir weisen die Bevölkerung nochmals nachdrücklich daraufhin, dass das Grillen in der freien Natur jetzt unbedingt zu unterlassen ist“, erklärt Arnd Römmler, Abteilungsleiter für Öffentliche Sicherheit und Ordnung im Rathaus. In Landschafts- und Naturschutzgebieten, die einen Großteil der Meerbuscher Freiflächen ausmachen, gelte es das strikte Verbot ohnehin zu jeder Jahreszeit. „Auch in den beliebten Rheinuferzonen gibt es keine Kompromisse“, so Römmler. Das gleiche gelte für achtlos weggeworfene Zigarettenasche oder Glas. „Schon der kleinste Funke im trockenen Gras oder Laub kann einen Flächenbrand auslösen. Jede Glasscherbe kann wie ein Brennglas wirken.“

Die Stadtverwaltung setzt dabei auch auf Verstand und Einsicht der Menschen. Größte Vorsicht gilt auch für die Waldgebiete, städtisch ist der Herrenbusch zwischen Lank-Latum, Strümp und Ossum. Laut Landesforstgesetz ist im Wald und auf Grünflächen – also auch auf Waldspielplätzen und Liegewiesen sowie Parkanlagen – grundsätzlich jedes Anzünden und Unterhalten von Feuer und Grillgut strengstens verboten. Außerdem ist Rauchen dort zwischen 1. März bis 31. Oktober streng verboten. Bei Verstößen drohen erhebliche Bußgelder, im Schadensfall auch Regressansprüche. Wie schnell Gefahren entstehen, weiß die Meerbuscher Feuerwehr nur zu gut: Noch in der vergangenen Woche musste der Löschzug Büderich zu einem Brand auf einer Brachfläche zwischen der Magdeburger Straße und dem Böhler-Gelände in Büderich ausrücken.

„Unsere Verkehrsüberwacher sind auch angewiesen, auf allein zurückgelassene Kinder und Tiere in parkenden Autos zu achten“, erklärt Arnd Römmler. Bei der derzeitigen Hitze könnten in einem Fahrzeug schnell Temperaturen von 60 Grad Celsius und mehr erreicht werden. In einem derart überhitzten Auto kann es für Kinder und Tiere schnell lebensgefährlich werden. Bereits nach wenigen Minuten kann ein Hitzestau im Fahrzeug zu Ohnmacht und Kreislaufversagen führen. „Auch einen Spalt breit geöffnete Seitenfenster sorgen nicht für ausreichende Luftzirkulation und Abkühlung im Fahrzeug.“

Für viele Straßenbäume wird die Trockenheit inzwischen bedrohlich. Die Stadtgärtner konzentrieren sich deshalb derzeit auf das Bewässern. Schon Anfang des Monats hatte die Stadt Anwohner um Mithilfe bei der Versorgung gebeten. „Unsere Bäume leiden durch Hitze erheblich. Leider sind auch langfristige Schäden zu befürchten“, so Michael Betsch, der als Bereichsleiter für Bauhof, Friedhöfe und städtische Grünflächen verantwortlich zeichnet. Besonders gefährdet seien Bäume, die in den vergangenen zwei Jahren neugepflanzt worden sind und deren Wurzelwerk noch nicht bis ins Grundwasser reicht. Doch auch gestresste alte Straßenbäume, die – umrahmt von Pflaster und Asphalt – kaum Möglichkeiten haben, Feuchtigkeit zu ziehen, werfen erstes Laub ab, um Flüssigkeitsverluste auszugleichen.

Der Baubetriebshof bittet deshalb alle Bürger um Mithilfe, damit der Durst der grünen Sauerstoffspender mit vereinten Kräften gelindert werden kann. Mit großem Aufwand sei die „Erste Hilfe am Baum“ nicht verbunden: Schon ein paar Eimer Wasser pro Tag können einem jungen Exemplar über die zehrende Trockenheit hinweghelfen. Die Löschzüge der Meerbuscher Feuerwehr leisten ebenfalls Hilfe und bewässern mit.