Polizei

Die Polizei im Rhein-Kreis Neuss erhielt am Donnerstag (25.07.) den Hinweis auf einen betrügerischen Anruf, bei dem sich Unbekannte als Polizeibeamte ausgaben. Dabei handelt es sich nicht um Polizisten, sondern um Betrüger, die die Kontaktierten in Angst und Schrecken versetzen und dies für ihre Zwecke ausnutzen.

Einer Anruferin gelang es am Nachmittag, gegen 14:00 Uhr, in einem Gespräch, eine über 70-jährige Meerbuscherin dazu zu bewegen, ihrem angeblichen „Kollegen“ Bargeld und Schmuck zu übergeben. Laut der Geschichte der Anruferin habe es in der vergangenen Zeit mehrere Überfälle auf Senioren gegeben.

Nun habe man erfahren, dass den Übeltätern unter anderem auch die Daten der Frau bekannt sind und sie auf ihrer „Liste“ steht. Um nicht Opfer der Verbrecherbande zu werden, könne ein Mitarbeiter das Hab und Gut abholen kommen, um es in Verwahrung zu nehmen. Wie verabredet, händigte die Frau aus Meerbusch, gegen 21:00 Uhr am Dr. Franz-Schütz-Platz in Meerbusch, Bargeld und Schmuck einem weiteren angeblichen Polizeibeamten aus. Dieser hatte sich ihr gegenüber mit dem zuvor mit dem „Leiter“ vereinbartem Kennwort zu erkennen gegeben. Anschließend verschwand der Mann, der ihr noch versicherte, dass ein Streifenwagen sie gleich abholen würde, zu Fuß in Richtung Dorfstraße.

Als der älteren Dame kurz nach der Übergabe berechtigte Zweifel an der Angelegenheit kamen, offenbarte sie sich wenige Minuten später auf der Polizeiwache Meerbusch. Schnell stellte sich heraus, dass sie Betrügern aufgesessen war.

Vom Boten, der gebrochen deutsch sprach, ist folgende Personenbeschreibung bekannt: ungefähr 30 Jahre alt, etwa 180 Zentimeter groß, schwarze längere „wuschelige“ Haare, bekleidet mit einem weißen T-Shirt.

Die Ermittlungen im geschilderten Fall übernahm das Neusser Fachkommissariat. Die vom Anrufer behaupteten Überfälle auf Senioren hat es nach Erkenntnissen der Polizei nicht gegeben. Mögliche Hinweisgeber zu den Betrügern werden um einen Anruf bei der Polizei gebeten (Telefon 02131 3000).

Die Masche der Betrüger ist nicht neu. Die „falschen Polizeibeamten“ bieten immer an, die Wertgegenstände sicher bei der Polizei zu verwahren. Dafür würde ein Kollege vorbeikommen und diese abholen. Tipps der „echten Polizei“, um nicht Opfer von Betrügern zu werden: Machen Sie am Telefon keine Angaben zu Ihren Vermögensverhältnissen. Geben Sie keine persönlichen Daten heraus. Beenden Sie das Gespräch – legen Sie auf. Lassen Sie sich nicht einschüchtern oder drängen. Notieren Sie – wenn möglich – Uhrzeit des Anrufes, den Namen des angeblichen Polizisten und die Telefonnummer. Informieren Sie anschließend die Polizei (02131-3000 oder Notruf 110). Grundsätzlich gilt: Die echte Polizei wird sich niemals am Telefon nach dem Aufbewahrungsort von Schmuck und Bargeld erkundigen.