Die jungen Leute kümmern sich regelmäßig um die älteren Menschen, die im Caritas-Haus Hildegundis von Meer leben: Seit rund 20 Jahren gibt es eine Besuchspartnerschaft zwischen der Städtischen Realschule Osterath und dem Seniorenhaus.

Jeden Donnerstag von 14 bis gegen 17 Uhr kommen Neun- und Zehntklässler der Realschule in das Haus und kümmern sich um die älteren Menschen, erzählt Sabine Eckstein, die Leiterin des Sozialen Dienstes: „Sie spielen Gesellschaftsspiele mit den Senioren, fahren sie bei gutem Wetter mit dem Rollstuhl spazieren oder machen zusammen Musik.“ Ein Erfolg sei es auch, wenn die Schüler ihre Haustiere mitbringen – wie Hunde oder Kaninchen. Die Bindungen zwischen den älteren Menschen und ihren jungen Besuchern seien teils sehr eng, einige kämen auch am Sonntag und wollten „ihren Bewohner“ besuchen, freut sich die Sozialdienst-Leiterin.

Generationen-Unverständnis gibt es nicht: Wenn Schüler mit Tattoo oder Basecap kommen, dann „ist das für unsere Bewohner ein Blick nach außen in die Welt und sie finden es spannend.“ In dem Projekt kommen aber auch ganz unerwartete Begegnungen zustande: So war vor einigen Wochen Reinhard Kipp, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Raesfeld und im Ruhestand begeisterter Drehorgelspieler, zu Besuch im Seniorenheim. Die zeitgleich anwesenden Schüler/-innen konnten ausprobieren, wie die Drehorgel im richtigen Rhythmus gedreht wird. Nachdem zuerst das Mitsingen kam, zog es dann beim Schneewalzer Paare auf die Tanzfläche.

Das Projekt zwischen Seniorenhaus und Realschule war von dem mittlerweile in Rente gegangenen Lehrer Rainer Prinz ins Leben gerufen worden und wird jetzt von Eva Jütte weiter geführt. Die Schüler können ihr Engagement im Zeugnis als „soziales Projekt“ dokumentieren. Ein weiteres Projekt im Haus Hildegundis ist eine Zusammenarbeit mit der KiTa „Knirpsmühle“.

Demenzcafe“Gute Zeit“: Entlastung für pflegende Angehörige

Außerdem bietet das Seniorenheim immer montags von 14 bis 17 Uhr das Café „Gute Zeit“ an – für an Demenz erkrankte Menschen, die nicht im Haus wohnen. Sie werden von geschulten Ehrenamtlern im „Osterather Stübchen“ betreut. Die pflegenden Angehörigen können diese Stunden nutzen, um sich zu entspannen, aber auch für Einkäufe, Treffen mit Freunden oder für einen Arztbesuch.

Für die Senioren gibt es ein abwechslungsreiches Programm mit Gymnastik, Singen, Spaziergängen und Erzählen bei Kaffee und Kuchen. Gespräche über Kindheit, Familie und Beruf, alte Bräuche und jahreszeitliche Themen gehören immer dazu. Die Gäste erleben in der Gemeinschaft Anerkennung und Wertschätzung, Wohlbefinden und Fähigkeiten werden gestärkt.

Wer sich dafür interessiert, kann sich an Sabine Eckstein wenden: unter sabine.eckstein@caritas-neuss.de oder unter 02159-525 281. Sie informiert etwa zum Programmangebot und zum Thema Kosten und Erstattung.