Nach den Vorträgen haben Henning Ohlsson, Geschäftsführer von Epson Deutschland (v.r.n.l.), Tobias Kemper, Netzwerker Klimafolgenanpassung NRW, Bürgermeister Christian Bommers (Mitte) und Diplom-Meteorologe und ARD-Wetterexperte Sven Plöger (r.) mit Schülern aus Meerbusch diskutiert. Foto: Stadt Meerbusch

Gut besucht war das Forum Wasserturm am Dienstag zum Abschluss der Aktionswoche für Klima und Mobilität. Alle der 100 zur Verfügung stehenden Plätze waren beim ersten Meerbuscher Klimaforum belegt. Aufgrund der Corona-Pandemie war das Platzangebot auf ein Drittel reduziert worden. Diejenigen, die kein Ticket mehr ergattern konnten, hatten die Möglichkeit die Veranstaltung per Livestream zu verfolgen. Durch den Abend führte Stadtsprecher Michael Gorgs.

Zum Thema Klimawandel und dessen Folgen sprachen der Diplom-Meteorologe und ARD-Wetterexperte Sven Plöger, Henning Ohlsson, Geschäftsführer von Epson Deutschland und Tobias Kemper, Netzwerker Klimafolgenanpassung NRW. Der Tenor: wenn jeder seinen Beitrag leistet, könne das Schlimmste verhindert werden. Aber gehandelt werden müsse jetzt.

Sven Plöger: „Zieht euch war an, es wird heiß“

Sven Plöger stellte seinen Vortrag daher unter die Überschrift „Zieht euch warm an, es wird heiß!“  Den Klimawandel zu verstehen und aus der Krise für die Welt von morgen zu lernen war dabei das Hauptanliegen Plögers.

Trockenheit, Waldschäden und Waldbrände, Starkregen und Sturmböen –das Klima verändert sich immer schneller. Dabei zeigte der Diplom-Meteorologe auch auf, wie man skeptischen Stimmen begegnet. Man müsse jetzt die Weichen stellen um den Klimawandel noch zu stoppen, so Plöger.

Tobias Kemper: „Bürger animieren, selbst etwas zu tun“

Die Flutkatastrophe im Juli, schwere Stürme und extreme Unwetterlagen in der jüngsten Vergangenheit zeigen, dass sich das Klima bereits wandelt. Wie kann man als Kommune darauf reagieren? Mit dieser Fragestellung beschäftigte sich Tobias Kemper von der EnergieAgentur NRW und Netzwerker Klimafolgenanpassung NRW. In den Fokus rückte er dabei auch die Maßnahmen, die die Stadt Meerbusch in Zukunft plant oder bereits umgesetzt hat. Dabei nahm Kemper Bezug auf das Klimafolgenanpassungskonzept der Stadt Meerbusch, dass die einzelnen Handlungsoptionen aufzeigt. „Wichtig ist dabei auch, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen und zu animieren, selbst etwas zu tun“, so Kemper. Als Beispiel nannte er den aktuellen Wettbewerb der Stadtverwaltung „Meerbuschs schönster Vorgarten“, der weg von Schottergärten, hin zu naturnahen Gärten führen soll. Der Wettbewerb ist mittlerweile beendet und bei vielen Meerbuscherinnen und Meerbuschern auf Resonanz gestoßen. Aktuell ermittelt die Jury die Gewinner.

Nachhaltigkeit auch in Unternehmen wichtig

Das aber auch Unternehmen in der Verantwortung stehen machte Henning Ohlsson, Geschäftsführer von Epson Deutschland und Direktor Nachhaltigkeit von Epson Europa deutlich. Sein Unternehmen setze seit Jahren auf Nachhaltigkeit. Dabei versuche man nicht nur die Mitarbeiter für das Thema zu begeistern, sondern auch Schulklassen in Umweltworkshops. „Niemand kann es alleine schaffen!“ war daher der Titel seines Vortrags. Dabei stellte Ohlsson auch innovative Technik aus seinem Hause vor, wie beispielsweise eine Papier-Recyclingmaschine für das Büro.

Gemeinsam mit Jugendlichen haben die drei Experten anschließend mit Bürgermeister Christian Bommers über den Klimaschutz und entsprechende Maßnahmen in Meerbusch diskutiert.

Grafisch festgehalten wurde der Abend von Jonas Heidebrecht. Er brachte die Themen und einzelnen Aussagen auf Papier – „Graphic Recording“ nennt sich diese Technik. Das Ergebnis wird im Anschluss digitalisiert und soll als Dokumentation des Klimaforums ins Internet gestellt werden.